In meinem Vortrag geht es mir darum, dass Sie Metall-Persönlichkeiten
erkennen lernen und die einzelnen Facetten einer Metall-Persönlichkeit sowie
ihre Entstehungsbedingungen besser verstehen können. Mit Metall-Persönlichkeit
meine ich einen Menschen, der in seiner Persönlichkeitsstruktur eine große
Empfänglichkeit für die Themen des Metalls in sich trägt. Kein Mensch hat
natürlich nur etwas mit einem Element zu tun, da jeder Mensch alle Elemente in
sich beherbergt, und die Elemente sich untereinander beeinflussen. Aber ein
Mensch kann Zeit seines Lebens, entweder durch angeborene oder durch bestimmte Ereignisse erworbene energetische
Ungleichgewichte einen charakterlichen Schwerpunkt in Bezug auf ein Element
aufweisen.
Welche Eigenschaften bzw. welchen Themenbezug weist also ein
Mensch auf, der viel mit demElement
Metall zu tun hat?
Die psychischen Kardinalthemen des Metalls bzw. der Organe
Lunge/Dickdarm sind Trauer und Loslassen.
Die Trauer ist eine Reaktion auf Abschied und Verlust. Im
Herbst, der Jahreszeit des Metalls, richtet man sich auf den Rückzug und das nach Innen-Gehen der
Lebenssäfte ein und ist es natürlich, etwas trauriger und melancholischer zu
sein als in anderen Jahreszeiten. Im Herbst wird man erinnert an die Vergänglichkeit
aller Dinge, man verabschiedet sich vom prallen Leben und der Extrovertiertheit
des Sommers.
Der Herbst ist aber auch die Zeit, in der man die Ernte
einbringt, die Zeit der wahren Reife. Im Herbst des Lebens sollte man auch die
Früchte seines Lebens ernten können, sich etwas zurückziehen aus der hektischen
Geschäftigkeit der Menschen, sich auf das konzentrieren, was Bestand hat,
gelassener werden. Das Wissen, was man angesammelt hat, darf zur Weisheit werden und langsam beginnt
die Auseinandersetzung mit dem Tod.
Leider fand in den letzten Jahrzehnten in unserer
Gesellschaft eine Abwertung dieser Weisheit des Älterwerdens statt, vor allem
auf dem Arbeitsmarkt wurde Lebenserfahrung nur noch selten wertgeschätzt. Aber
ich habe das Gefühl, dass langsam wieder ein Umdenken einsetzt, dass die Welle
des Jugendwahns ihren Höhepunkt erreicht hat und Erfahrung und Reife wieder
etwas mehr gefragt sind.
Das chinesische Schriftzeichen für Trauer ist bei. Es beinhaltet das Zeichen für Herz
und das Zeichen für „nicht“ oder „ohne“ oder „anti“, bedeutet also soviel wie
eine „Negation des Herzens“ oder eine „Zurückweisung des Lebens“.
Wie kann man das verstehen?
Wenn jemand einen großen Verlust erlitten hat, z.B. ein
geliebter Mensch stirbt, oder man verliert seine Heimat oder kann einen
geliebten Beruf nicht mehr ausüben, dann will das Herz diese Tatsache zuerst
nicht akzeptieren, das Leben kommt erst einmal zum Stillstand, der Verlust wird
heftig zurückgewiesen. Der Schmerz kann so groß sein, dass es für den Menschen
so aussieht, als könnte das Leben nicht weitergehen. Er zieht sich aus dem
Lebensfluss zurück, und ist völlig von seiner Trauer ausgefüllt, die Welt steht
für den Trauernden still.
Diese Reaktion auf so ein heftiges Ereignis ist völlig normal, viele Kulturen geben diesen
Gefühlen auch einen angemessenen Raum, z.B. beim Tod eines Menschen wird durch
lautstarkes Weinen der Schmerz ausgedrückt oder es gibt ein sog. Trauerjahr, in
dem sich der Trauernde angemessen Zeit nehmen darf, seine Trauergefühle zu
verarbeiten.
Durch gelebte Trauer kann man den Mensch in liebevoller
Erinnerung halten, ohne am Schmerz über den Verlust zu zerbrechen. So
schmerzlich Trauer auch ist, sie gehört einfach auch zu unserem Leben und ist
eine Chance zur Reifung unserer Persönlichkeit. In gelebterTrauer beschäftigt man sich intensiv mit sich
selber, man gewinnt Selbsterkenntnis, erklimmt eine neue Stufe des Bewusstseins.
Dies führt zu mehr Weisheit, dem erlösten Aspekt des Metalls.
Genau dies aber gelingt dem im Metall Unausgeglichenen
nicht. Entweder er versinkt in seiner Trauer, konserviert sie und kann nicht
mehr aus ihr herausfinden, neigt zu Verbitterung und Groll, erschöpft seine
Umgebung mit endlosen Klagen.
Oder er verdrängt seine Trauer, widmet ihr weder die
erforderliche Zeit noch Aufmerksamkeit und versucht so weiterzuleben, als hätte
es dieses einschneidende Ereignis nicht gegeben.
Je nachdem, in welche Richtung die Unausgeglichenheit
besteht, kann der Trauernde entweder nicht mehr mit dem Weinen aufhören oder er
kann gar nicht weinen.
Da in unserer Kultur die Themen Tod, Abschied und Trauer
gerne aus dem kollektiven und individuellen Bewusstsein verdrängt werden, ist
es viel schwieriger für den vom Verlust Betroffenen, diese Themen dann in sein
Leben zu integrieren. Z.B. litt eine Patientin von mir sehr darunter, dass, als
ihr Vater nach schwerer Krankheit starb, ihre Umgebung unangenehm davon berührt
war, als sie nach ein paar Monaten immer noch nicht zum „normalen Leben“
übergehen konnte und noch viel weinte. Viele Menschen können mit diesen für sie
„negativen“ Gefühlen nicht umgehen, sind peinlich berührt, versuchen, die
trauernde Person abzulenken und aufzuheitern („das Leben geht weiter“). Ich
denke, häufig liegtder Grund für dieses
Verhalten darin, dass sie die Konfrontation mit dem Thema Tod schlecht
ertragen.
Meiner Patientin tat es gut, wenn sie mit jemand über ihren
großen Verlust und die Gefühle, die dieser auslöste, sprechen konnte, und sie
ihren Tränen freien Lauf lassen konnte. So kam sie langsam über den Verlust
hinweg.
Ein anderes Beispiel ist ein junger Mann, der völlig vom Tod
seines Vaters, den er sehr liebte, überrascht wurde. Er war sehr in seiner
Arbeit engagiert und nahm sich keine Zeit, adäquat um ihn zu trauern. Er
drückte es so aus, dass er die ganze Geschichte mit dem Tod seines Vaters „in
eine Schublade gepackt hat“, und er hatte große Angst, diese zu öffnen und von
der Trauer überwältigt zu werden. Er zog es vor, im tägliche Leben weiter zu
funktionieren, und überdeckelte seine Gefühle mit Geschäftigkeit. Das Problem an diesem Weg ist, dass dadurch,
dass die Trauer nicht gelebt wird, ein Teil der Persönlichkeit an dieser Stelle
stehen bleibt und sich nicht weiterentwickeln kann, und dass man immer in der
Angst davor leben muss, „was passiert, wenn die Schublade aufgeht“. Ich denke,
eine Aufforderung zur Beschäftigung mit diesem Thema war, dass er immer wieder von seinem – im Traum noch
lebendem Vater- träumte. Wenn wir uns mit so schwerwiegenden Dingen nicht
beschäftigen, sondern sie in ein Hinterzimmer unserer Seele verbannen, können
wir sie nicht loslassen.
Bei Menschen, die ihre Trauer und ihren Verlust auch nach
angemessener Zeit einfach nicht überwinden können, die ihre Trauer nicht
verarbeiten können und sich dadurch gereift dem Lebensstrom wieder anvertrauen können, wird der Aspekt des
Loslassens bzw. nicht Loslassen können als Metallthema sehr deutlich.
Am Beispiel der Atmung lässt sich die Aufgabe des Loslassens
der Lunge gut verdeutlichen: Die Ausatmung ist ein passiver Vorgang, der Mensch
muss nichts tun, es nur geschehen lassen – loslassen. Dies zeigt, dass dasnicht Loslassen ein Vorgang ist, der Energie
verbraucht, die einem anderswo fehlt.
Beim Asthmatiker zeigt
sich die mangelnde Fähigkeit, Loszulassen, er hält die Luft zurück.
Prinzipiell lassen sich zwei gegensätzliche Atmungstypen
unterscheiden:
Der erste Atmungstyp atmet mehr ein als aus, er ist nicht
fähig, loszulassen und zu entspannen, er hält fest. Sein Brustkorb sieht oft
aufgebläht aus.
Der Zweite atmet mehr aus als ein. Dies führt zu
Energiemangel, der Brustkorb sieht eingefallen aus. Der Mensch traut sich
nicht, aus dem Vollen, dass er direkt vor der Nase hat,zu schöpfen. Er nimmt nicht genügend Sauerstoff
auf.
Nicht nur beim Yin-Organ des Metalls, der Lunge, sondern auch
bei ihrem Yang-Organ, dem Dickdarm, spielt das Loslassen können eine zentrale
Rolle. Eigentlich ist der Stuhlgang für Kinder ein lustvoller, kreativer,
produktiver Akt. Findet in der so genannten analen Phase eineSauberkeitserziehung statt, die dem Kind die
positive Erfahrung mit dem Loslassen nimmt, führt dies oft dazu, dass der
Mensch Schwierigkeiten mit dem Loslassen bekommt, sowohl auf körperlicher
Ebene, in Form von Verstopfung, als auch auf seelischer Ebene.
Hierbei geht es nicht nur um Loslassenkönnen von Trauer,
sondern auch von anderen Gefühlen, Beziehungen und Dingen.
Jeder Mensch muss in seinem Leben mit Abschieden und
Verlusten zurechtkommen, auch jeder Übergang in eine neue Lebensphase erfordert
ein Loslassen. Dies bezieht sich z.B. auf die Alters- bzw. Entwicklungsstufen, die jeder Mensch durchläuft.
Manche Kinder haben z.B. große Probleme sich von der
Kindheit zu verabschieden und in`s Jugendalter einzutreten und halten
krampfhaft daran fest, möchten „klein“ bleiben; manche Menschen wollen sich
nicht von Jugend und Schönheit verabschieden, kleiden sich dementsprechend,
bleiben am Lebensstil der Jugend kleben. Z.B. Wenn Menschen in
fortgeschrittenem Alter noch jeden Abend „um die Häuser ziehen müssen“, keine
Verantwortung übernehmen wollen, Kiffen, etc..
Vielen „Metalltypen“ fällt v.a. der Abschied vom
Arbeitsleben und der Eintritt in die nachberufliche Phase schwer. Der Rückzug
aus den äußeren Aktivitäten kann zu Traurigkeit und Depression führen. Sie
bestimmen ihren Wert vorwiegend durch äußere Dinge, wie beruflichen oder
materiellen Erfolg und fühlen sich jetzt wertlos. Wenn es ihnen nicht gelingt,
neue Werte für sich im Leben zu finden, resignieren sie und geben auf. Für
viele Menschen, die schon weit vor dem Rentenalter arbeitslos werden, ist dies
ein großes Problem, haben sie eine Störung im Metall, fällt ihnen die
Umorientierung noch viel schwerer.
Das starke Festhalten egal an welcher Lebensphase ist ein
Hinweis darauf, dass ein Mensch im Metall betroffen ist.
Dasselbe gilt auch für Menschen, denen Abschiede von
Freunden, Verwandten etc. immer sehr schwer fallen;
Auch Menschen, die Beziehungen oder ihrer Heimat sehr
nachtrauern, die stark an ihrer Vergangenheit hängen bzw. sich daran
orientieren und sich sehr schwer tun, sich auf etwas Neues in ihrem Leben
einzulassen, haben eine Störung im Metall.
Ein Beispiel dafür, sind Menschen, die unfreiwillig, oft
unter sehr traurigen Umständen aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Sie bewahren
oft demonstrativ ihre alten Bräuche und können nicht loslassen von ihrem Wunsch, in ihre Heimat zurückzukehren.
Ich kenne eine Frau, die meiner Meinung nach stark in ihrem
Metall betroffen ist, sie verlor durch Krieg ihre Heimat, die meisten ihrer
Freunde, ihren Beruf, ihre ganze Gesellschaftsordnung und ihre soziale
Einbindung. Sie wurde depressiv und konnte sich hier in Deutschland auch nach
vielen Jahren nicht auf ein neues Leben einlassen. Sie war in ihrer Heimat
beruflich erfolgreich, konnte aber hier nicht ernten, was sie gesät hatte, da
sie keine Arbeitserlaubnis bekam, musste mit ansehen, wie ihre Fähigkeiten
„verrotteten“.
Andere Kriegsflüchtlinge in ihrer Umgebung reagierten anders
als sie; sie wollten nicht mehr in ihre Heimat zurück, und versuchten viel
mehr, hier ein neues Leben aufzubauen.
Nach vielen Jahren ging sie in ihre Heimat zurück, obwohl es
dort für sie auch nicht einfach war. Sie hatte auch dort große Schwierigkeiten,
von der Vergangenheit loszulassen. Sie war sehr nachtragend und konnte nichts
vergessen (auch eine Form des Nicht-Loslassens). Dies war zum einen in
Anbetracht der schrecklichen Ereignisse sehr verständlich, zum anderen gingen
ihre wenigen verbliebenen Freunde aber anders mit der Geschichte um. Sieversuchten viel mehr, in der Gegenwart zu
leben, waren nicht so schwer. Bei Menschen, die viel mit Metall zu tun haben,
heilt die Zeit nicht immer die Wunden.
Abschiede weisen auf die Vergänglichkeit im Leben hin, und
wenn man noch sehr unerlöst in seinem Metallthema ist, und man nicht darauf vertraut,
dass jedes Vergehen auch ein neues Werden in sich trägt, macht einen dies
traurig.
Wenn Menschen nicht in der Lage sind, sich von alten,
überkommenen Bindungen freizumachen, haben sie keinen wirklichen Raum in sich,
sich auf Neues einzulassen.
Wie immer gibt es auch die andere Seite der Medaille,
nämlich das „zu schnell Loslassen“. Das zeigt sich z.B. darin, dass Menschen
nur kurze, oberflächliche Beziehungen führen, sich sehr schnell wieder trennen,
eine Beziehung nach der anderen führen.
Ich denke, häufig ist der Hintergrund für diese Art von
Beziehungsmuster eine Angst vor Verletzung, wenn man sich nicht tief einlässt
oder sich trennt, vor der Andere es tut, kann man auch nicht so tief verletzt
werden.
Der heutige Arbeitsmarkt verlangt oft, dass man total
flexibel ist, man häufig umzieht, was dazu führt, dass man hauptsächlich kurze,
oberflächliche Bekanntschaften schließt. Vor man in die Tiefe gehen kann, muss
man schon wieder weiter. Um sich hierbei vor Traurigkeit zu schützen und keinen
großen Abschiedsschmerz zu riskieren, bleibt man lieber gleich mehr auf
Distanz.
Die Frage dabei ist natürlich, ob es auf Dauer nicht auch
traurig macht, wenn man wenig tiefe Freundschaften und wenig starke
Verbundenheit hat.
Eine weitere Eigenschaft von „Metalltypen“ ist, dass sie oft
ernsthaft und tiefgründig wirken. Sie sind oft sehr integer, wirken sehr
rechtschaffen, versuchen alles richtig zu machen. Z.B als Patienten fragen sie
gleich nach der Bezahlung, möchten einem nichts schuldig bleiben, überweisen
sofort ihre Rechnung, halten ihre Termine ein, etc.
Sie wirken meist sympathisch, haben aber oft eine leicht
melancholische Ausstrahlung.
Sie haben oft einen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn
und ein starkes Pflichtgefühl, können z.B. Richter werden oder aber auch Kämpfer
gegen Ungerechtigkeit oder für Benachteiligte.
Der Aspekt der Reife beim Thema Metall klingt auch wieder an
bei Menschen, die gezwungenermaßen „frühreif“ sein mussten. Menschen die, aus
verschiedensten Gründen, als Kinder nicht angemessene Aufgaben übernehmen
mussten. Oft entstehen solche Situationen durch Scheidung oder Krankheit der
Eltern, wenn Kinder sehr früh vernünftig werden müssen, auf kleinere
Geschwister aufpassen oder den Haushalt führen müssen, eben Dinge, für die sie von
ihrem Alter her noch nicht wirklich reif sind.
Dies führt oft dazu, dass aus diesen Kinder ernste, sehr
verantwortliche Menschen werden, denen eine gewisse Leichtigkeit fehlt. Es war
ihnen nicht vergönnt, einen natürlichen Reifungsprozess zu vollziehen, was
ihnen die Unbeschwertheit genommen hat.
Im Herbst ist alles reif, man kann ernten was man gesät hat.
Wenn diese Ernte nicht möglich ist, wenn man die Früchte seiner Bemühungen
nicht genießen darf, kann das auch zu großer Trauer führen. Ein Beispiel dafür
kann sein, wenn man sein Leben lang sehr viel in seinen Beruf investiert hat
und dann plötzlich arbeitslos wird, oder wenn man ein Geschäft aufgebaut hat
und durch die schlechte Wirtschaftslage insolvent wird, oder wenn man Kinder
aufzieht und dann, wenn sie erwachsen sind, keinen Kontakt mehr zu ihnen hat.
Z.B. lernte ich eine Frau kennen, die mit viel Liebe 2 Söhne
großgezogen hat. Als diese erwachsen waren, haben sie, weil deren Frauen keinen
Wert auf den Kontakt zu ihrer Mutter legten, die Verbindung zu ihr weitgehend
eingestellt. Die Frau reagierte darauf mit schweren Depressionen.
Ein weiterer Auffälligkeit bei Menschen, die etwas mit dem
Thema Metall zu tun haben, ist, dass sie oft eine pessimistische
Grundeinstellung haben, dass sie sowohl ihre Zukunft als auch die Zukunft der
Menschheit in dunklen Farben sehen, dass sie von einer gewissen
Hoffnungslosigkeit geprägt sind.
Wenn das Metall gesund ist, herrschen Vertrauen in`s Leben,
Optimismus und eine positive Einschätzung der Zukunft.
Metallstörungen haben oft was mit einem gestörtem Verhältnis
zum Vater zu tun. Normalerweise ist der Vater unser erster Beurteiler (im
Gegensatz zur bedingungslosen Mutterliebe), er wertet stärker unser Tun,
verknüpft seine Zuneigung stärker mit unserem Verhalten (es kann natürlich auch
andersrum sein).
Wenn Kinder spüren, dass sie von ihrem Vater wenig
wertgeschätzt werden, wenn sie von ihm abgewertet werden oder nicht richtig
gesehen werden, kommt es beim Kind zu Traurigkeit, Resignation, wenig
Standfestigkeit.
Dasselbe geschieht, wenn der Vater sehr streng ist, wenn
zuviel Disziplin, Strenge und Starre vorherrschen.
Die nächsten Autoritätsfiguren nach dem Vater sind Lehrer,
Priester, Vorgesetzte, Therapeuten. Auch sie können Gefühle wie Selbstwert und
Stolz vermitteln, oder auch rauben.
Wenn ein Mensch sich von diesen Autoritäten nicht geliebt,
geschätzt oder ungerecht behandelt fühlt, kann das zu Rebellion bzw. ständigen
Problemen mit Autoritäten im Allgemeinen führen.
Oft versuchen diese Menschen, der abgelehnt fühlten, ein Leben lang zu beweisen, dass sie was
taugen und versuchen dadurch –oft unbewusst- doch noch die Liebe des Vaters zu
erlangen, sind dabei oft sehr streng und rigide zu sich und haben ein großes Pflichtgefühl.
Es kann auch dazu führen, dass man sich in solche „Autoritätspersonen“
verliebt und immer ihrer Anerkennung hinterherläuft.
Eine liebevolle Vater-Kind-Beziehung ist eine Voraussetzung
für ein intaktes Selbstwertgefühl.
Weitere häufige Eigenschaften von „Metalltypen“ sind
Perfektionismus, überkorrektes und übergenaues Verhalten. Sie sind oft sehr
diszipliniert, halten Regeln und Vorschriften ein. Es sind z.B. Patienten, die
sich an genaue Ernährungsvorschriften halten, die unsere Vorschläge genau
befolgen, so dass man schon wieder sagen möchte, sie müssen sich nicht so genau
an alles halten, schlagen sie ruhig mal über die Stränge, etc..
Sie lieben Strukturen, hassen das Chaos, räumen z.B.
zwanghaft auf, können z.B. erst mit der Arbeit anfangen, wenn auf dem
Schreibtisch alles im rechten Winkel liegt.
Sie kommen total pünktlich zur Behandlung, ein Patient von
mir wartete z.B. immer vor der Tür und klingelte genau zum bestellten Termin.
Das deutsche Volk hat insgesamt viel mit dem Thema Metall zu
tun. Zumindest bis in die 50er/60er Jahre war die Erziehung in Deutschland
stark von diesen Tugenden (Pflicht, Disziplin, Strenge, Ordnung) geprägt, die
viele militärische Elemente enthalten. Die deutschen Soldaten waren im Krieg
bis zum bitteren Ende gehorsam, haben ihre Pflicht erfüllt. Unzählige Untaten
während der Naziherrschaft waren nur möglich, weil es so viele Menschen gab,
denen die Pflichterfüllung über alles ging. Ich denke z.B. die Italiener haben
deutlich weniger „Metalltugenden“; mein alter Lateinlehrer hat sich immer
abfällig über italienische Soldaten ausgelassen, weil diese feige gewesen seien
und entgegen den Befehlen sofort abgehauen wären, sobald es gefährlich wurde, was
ich für sehr gesund halte.
Es gibt natürlich hier auch wieder die andere Seite der
Medaille, Menschen, die sehr chaotisch sind und keinerlei Strukturen in ihr
Leben bringen können, die keine Disziplin, die wiederum manchmal notwendig für
die Durchführung von Vorhaben ist, aufbringen können.
Im Extremfall führt die Strukturlosigkeit und die mangelnde
Fähigkeit, Loslassen zu können dazu, dass ein Mensch zum „Messi“ wird. Je mehr
„alter Mist“ sich ansammelt, desto mehr geht die Klarheit verloren.
Menschen, die erlöst im Metall sind besitzen Klarheit in
ihrem Leben und ihren Gedanken, sind ohne Zwanghaftigkeit in ihrem Tun. Sie leben nicht starr nach
irgendwelchenRegeln, die ihnen die
Gesellschaft auferlegt, sondern sie leben nach ihrem eigenen Rechtsempfinden.
Sie besitzen Integrität, stellen für sich selber Regeln auf, nach denen sie
leben möchten und behandeln andere so, wie sie auch gerne behandelt werden
möchten. Sie sind korrekt und standfest.
Solche Menschen kommen in totalitären Regimen, wie z.B.
Nazideutschland oder in der DDR oder in autoritären Strukturen wie beim Militär
in große Schwierigkeiten, es macht sie krank bzw. sie kommen in Gefahr. Sie
müssen sich dann entscheiden zwischen ihrer Integrität und Sanktionen bzw.
Bestrafungen.
Eine weitere Form von Menschen, die unerlöst in ihrem
Metallthema sind, sind Menschen, die hohe Ideale und stark ausgeprägte
Moralvorstellungen haben, und diese für die Allgemeinheit als verbindlich
ansehen. Sie sind oft sehr ernst und starr, gönnen sich wenig Spaß, machen
keine Ausnahmen, sind zwanghaft und dogmatisch. Beispiele dafür wären zwanghafte
Ökos, strenge Vegetarier, Veganer, Makrobioten, Puritaner, Zeugen Jehovas, strengste
Mülltrenner, etc.
Metallmenschen streben oft nach geistigen Qualitäten, jedoch
sind sie in Gefahr dabei rigide und intolerant zu werden, sie neigen zu
religiösem Fanatismus. Dieser Art von Spiritualität fehlt die Wärme, die
Begeisterungsfähigkeit und Spontanität, die Religiosität im ursprünglichen Sinn
auszeichnet.
Ganz schwer haben es Kinder von solchen Menschen, wenn sie
einen anderen Charakter haben, der sich nicht so einengen lassen will, eigene
Vorstellungen vom Leben haben; sie leiden dann oft sehr unter ihren Eltern und
sie können natürlich auch selber eine Metallstörung bekommen.
Ein weiteres Metallthema ist die Kontaktfähigkeit eines
Menschen, das Thema Nähe und Distanz. Über die Atmung, also die Lunge, ist man
ständig im Kontakt zu seiner Umwelt – wir atmen die gleiche Luft wie unsere
Mitmenschen ein, ob wir wollen oder nicht. Der Atem verbindet das Innen mit dem
Außen, kein Mensch kann sich vollständig zurückziehen, eine sehr flache Atmung
kann aber ein Hinweis auf eine Rückzugstendenz sein.
Eine Patientinvon
mir, die wegen einer Hauterkrankung und wegen ihres Asthmas in Behandlung kam,
war eine sehr ernsthafte, nachdenkliche junge Frau, die ziemlich zurückgezogen
lebte und sich in Gruppen und Gesellschaften meist unwohl fühlte. Ihre
Erkrankungen hatten in ihrer Kindheit angefangen, als ihre Eltern sich getrennt
hatten. Zuerst hatte sie noch Kontakt mit ihrem Vater, vor allem über die
gleiche sportliche Leidenschaft, doch als sie ihre sportliche Karriere beendete,
entstand eine Sprachlosigkeit zwischen den Beiden. Die junge Frau war überzeugt
davon, dass ihr Vater von ihr enttäuscht sei, und die beiden waren nicht in der
Lage, die entstandene Distanz zwischen sich zu überwinden und die Dinge zu
klären.
Ihre traurige Ausstrahlung und Schwierigkeiten, mit anderen
auch mal weniger tiefeGespräche zu
führen, erschwerten es ihr, Leute kennen zulernen und mehr am Leben
teilzuhaben.
Allgemein wirken „Metalltypen“ häufig hart und kühl (wie
Metall) und distanziert. Sie zeigen oft wenig Gefühle, führen ungern Smalltalk auf Partys oder
unverbindliche Gespräche im Laden oder auf der Straße. Sie bevorzugen oft tiefe
Freundschaften und ernsthafte Gespräche. Diese Abweisungbzw. dieses Unvermögen von „leichter
Kontaktaufnahme“ führt aber oft zu dem Gefühl, nicht dazuzugehören, außen stehend
zu sein, zu einem Einsamkeitsgefühl, was als schmerzlich empfunden wird.
Sie leben oft zurückgezogen und von ihrer Umgebung isoliert.
Auf der anderen Seite gibt es uns wiederum einen Hinweis auf
das Metall, wenn Menschen sehr distanzlos sind, wenn sie kein Gefühl für die
Grenzen Anderer haben, wenn sie z.B. gleich beim ersten Kennen lernen Anderen
ihre gesamte Lebensgeschichte bzw. intime Dinge erzählen. Man spürt dann, dass
dabei etwas unstimmig ist.
Zu wenig Distanz kann sich auch darin zeigen, dass man zu
sehr mit den Gefühlen anderer mitschwimmt, sich gar nicht abgrenzen kann. Naturgemäß gilt dies wiederum am stärksten für
traurige Gefühle, für die Metalltypen eine besondere Empfänglichkeit haben.
Zum Abschluss meines Vortrags möchte ich euch das Gedicht
„Stufen“ von Hermann Hesse vorstellen, dieses symbolisiert für mich die erlöste
Form des Metalls.
Der Begriff „Prämenstruelles Syndrom“ umschreibt einen Symptomenkomplex aus körperlichen und seelischen Symptomen wie z.B. Schmerzhafte Anschwellung der Brüste, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Reizbarkeit bis hin zu Zornausbrüchen, Depression und ängstliche Erregung. Die Intensität der Symptome kann sowohl im Hinblick auf die Stärke als auch auf die Dauer von Frau zu Frau sehr variieren. Manche Frauen leiden sehr stark und lange darunter, bis zu 2 Wochen vor der Regel.
Manchmal besteht ein Zusammenhang mit Sterilitätsproblemen.
Die Ursachen für PMS liegen häufig begründet in emotionalen Problemen, v.a. Zorn, Frustration und Groll, teilweise auch in falscher Ernährung, z.B. zu fette Speisen, in Überarbeitung oder zu starker sexueller Aktivität.
Nach der TCM-Syndrom-Diagnose liegen die Ursachen häufig in einer Leber-Qi-Stauung, seltener in einer Schleim-Feuer-Bildung, in Leber-Blut-Mangel, in Leber- und Nieren-Yin-Mangel oder in Milz- und Nieren-Yang-Mangel.
PMS kann sehr erfolgreich
mit Akupunktur behandelt werden.
Mit Akupunktur können sowohl „einfache“ Kopfschmerzen, wie z.B. der Spannungskopfschmerz, als auch Migräne mit ihren häufigen Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit erfolgreich behandelt werden. Vorraussetzung dafür ist eine Diagnosestellung im Rahmen der TCM (Traditionelle chinesischen Medizin), bestehend aus Pulsdiagnose, Zungendiagnose und detaillierter Befragung. Es gibt keine Standardbehandlung für Kopfschmerzen; die Behandlung richtet sich danach, welche Organe energetisch beschädigt sind bzw. welche auslösenden Faktoren für die Kopfschmerzen oder die Migräne gefunden werden – sie ist also sehr ndividuell.
Mögliche Ursachen von chronischen Kopfschmerzen können folgende Faktoren sein:
- sogenannte „äußere pathogene Ursachen“ (klimatische Faktoren); hierbei spielt Wind eine große Rolle.
- Die Konstitution eines Menschen; hierbei ist die Neigung zu Kopfschmerzen schon ererbt, sie treten oft schon in der Kindheit auf.
- Emotionen; eine häufige Ursache von Kopfschmerzen und Migräne ist Zorn. Hierbei versteht man in der TCM auch Frustration, Verbitterung und Groll). Aber auch Sorge, Angst oder ein Schock können Kopfschmerzen zur Folge haben.
- Überarbeitung
- Ernährung
- Unfälle
- Geburten sowie Fehlgeburten.
Wichtig für Diagnosestellung und Behandlung ist auch noch die Lokalisierung der Schmerzen bzw. das Herausfinden, welcher Meridian betroffen ist. Die Kopfschmerzen können am Scheitel, auf der Seite des Kopfes, an den Schläfen, in der Stirn, hinter den Augen, am Hinterkopf oder dem gesamten Kopf auftreten. Der Ort des Auftretens gibt Auskunft über den Meridian, der im Vordergrund der Behandlung liegen sollte. Z.B. sind bei Schläfenkopfschmerzen vorwiegend Leber- und Gallenblasenmeridian betroffen, bei
Stirnkopfschmerzen meist der Magenmeridian.
Desweiteren interessieren der Schmerzcharakter und die Modalitäten des Schmerzes. So sprechen z.B. scharfe, stechende Schmerzen in der Schläfenregion, die durch Bewegung bessern für einen Fülle-Zustand des Lebermeridians. Hier muss durch gezielte Akupunktur
gestaute Energie abgeleitet bzw. sediert werden.
Depressionen bzw. depressive Verstimmungen können mit Akupunktur erfolgreich behandelt werden. Selbstverständlich muß die Akupunktur jedoch auch vom therapeutischen Gespräch begleitet werden. Die tieferen Ursachen für die Depression in den Lebensumständen des Patienten sollten herausgefunden werden und es sollte Unterstützung des Patienten bei der
Veränderung dieser Umstände geleistet werden.
In der TCM kommen differentialdiagnostisch verschiedene Syndromdiagnosen für das in unserer Kultur als „Depression“ bezeichnete Krankheitsbild in Frage:
A)
Schädigung des Lungen-Qi durch übermäßige Trauer; begleitend zur Depression hat der Patient oft Atmungsprobleme, häufige Infekte und Hauterkrankungen.
B)
Leber-Qi-Stagnation; Leichte bis mittlere Depression mit unterdrückten Emotionen wie Zorn und Ärger, dabei Reizbarkeit und Frustrationsgefühle, event. Globusgefühl und Übelkeit.
C)
Milz-Schwäche durch Sorgen und Grübeln; dabei oft Essstörungen und Gewichtsprobleme, Konzentrationsstörungen, Energiemangel.
D)
Qi- und Blutmangel; häufig sog. „Altersdepression“, auch nach erschöpfenden Krankheiten oder Blutverlusten.
Auf Grundlage einer
umfassenden Diagnostik (Puls- und Zungendiagnose, eingehende Befragung) kann die individuelle Behandlung für den depressiven Patienten festgelegt werden. Je nach Stärke und Dauer der Depression ist die Dauer der Behandlung sehr unterschiedlich.Bei Fragen wenden Sie sich bitte an mich (borner.braum@t-online.de) und geben Sie bitte ihre email-Adresse an, ich werde Ihnen umgehend antworten.